Aletsch-Halbmarathon 2013: trail-maniacs finishten auf Originalstrecke

Folge deinem Herzen und tue das, wofür du angereist bist: die Originalstrecke mit dem wunderbaren Panorama der Aletschregion bei Sonnenschein und erfrischenden Lauftemperaturen zu geniessen. 

 

Bitter enttäuscht über die Verkündung der Ersatzstrecke am Vorabend des Rennens stand es für uns zu keinem Zeitpunkt zur Debatte, den Lauf auf dieser zu bestreiten. Der Aletschhalbmarathon entwickelte sein Renommee über die Jahre gerade deshalb, weil die Strecke abwechslungsreich, auf den ersten 15km flüssig und leichtfüssig zu laufen ist und danach mit dem tollsten Panorama, was man sich vorstellen kann, im Ziel an der Bettmerhornbergstation endet. Ein geniales Lauferlebnis darf erwartet werden.

 

Doch die Ersatzstrecke sollte nach 10km bei der Riederalp auf Strassen zurück nach Bettmeralp führen, also kein Panorama, keine Höhenmeter und hässlicher Laufuntergrund. Warum trotzdem die gesamte Läuferschaft den Ersatzlauf bestritt, ist uns unbegreiflich. Nur ganz wenige folgten auch ihrem Herzen und boykottierten die Ersatzstrecke.

 

Schaut man genauer in die Reihen der Teilnehmer, dann werden die vorangegangenen Überlegungen des Veranstalters verständlicher. Sicher 75% tragen gewöhnliche Joggingschuhe ohne Profil! Ihre Ausrüstung gleich null, keine dünne Windjacke, Haube oder ähnliches im Gepäck. Und auch die Fehleinschätzung bei der Blockeinreihung, wie kann es bitte sein, dass man eine Zielzeit von 2h:30min angibt, um im Block 3 starten zu dürfen, aber bereits bei der ersten kleinen Steigung von vielleicht 50Hm ins Gehen wechselt??? Das geht sich von der Zeit niemals aus liebe Läufer! 

 

Daher der Appell an alle Läufer: bitte seid doch ehrlich zu euch selbst und den anderen. Respektiert schnellere Läufer, freut euch für sie und bereitet euch entsprechend auf das Profil des Wettkampfes vor! Es geht doch wirklich um nichts unter uns Amateursportlern als um Spass, das Miteinander und ab und an den inneren Schweinehund überwinden. Ihr dürft stolz darauf sein, wenn ihr mit einem Lächeln das Ziel erreicht, euch mit euren Mitbestreitern ihrer Leistungen erfreut und einfach einen wunderbaren Tag hattet. 

 

Schade, dass das Spasselement immer mehr ins Hintertreffen rückt, gerade im Hobbybereich. Wir hätten gerne ein Zeichen gesetzt mit mehreren Läufern am Bettmerhorngipfel, dass wir es uns nicht gefallen lassen müssen auf uninteressante Ersatzstrecken geschickt zu werden. Übernehmt Selbstverantwortung und bestimmt selbst. 

 

Viele Teilnehmer sahen unseren privaten Zieleinlauf bei der Bettmerhornbergstation und die erste Frage war natürlich "war die Strecke gut zu laufen"? Die Enttäuschung stand den Leuten bestens ins Gesicht geschrieben. Die Frage muss jeder für sich selbst in Hinblick auf sein Können und seine Verfassung beurteilen. Für ungeübte Joggingschuhaspiranten dürften 1-2km am Kamm entlang herausfordernd gewesen sein, für Trailrunner ein gefundenes Fressen: hinein in den Schneematsch, bis es zwischen den Zehen zwischendurch hinausquillt! Und der Rest der Strecke erste Sahne, perfekte Temperaturen und eine tolle Stimmung mit der wechselnden Bewölkung, dem umherziehenden Nebel und dann die frischverschneiten Gipfel rund um den Aletschgletscher, wie 8000er lugten sie aus den Nebelfetzen hindurch!

 

Wir, Harald und Patricia, dürfen mit Stolz verkünden unseren persönlichen Alteschhalbmarathon bewältigt zu haben, ohne Zeit, ohne Verpflegung ab Kilometer 10, dafür mit reichlich Spass und Spirit. Folge deinem Herzen!

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Kommentare: 2
  • #1

    Fabian (Montag, 01 Juli 2013 21:58)

    Haha! Ich gratuliere zu dieser weisen Entscheidung und bin stolz auf die Trail-Maniacs. Warum die Strasse wieder runterwatscheln, wenn man so wunderschöne Trails vor der Nase hat? Das nenn ich Einsatz und eine gesunde Einstellung.
    Und: War es nicht eigentlich viel schöner, die Strecke fast alleine zu laufen, als in einem Pulk von 2000 Läufern?

  • #2

    Karin (Montag, 01 Juli 2013 23:11)

    Super Idee! Ich verstehe allerdings auch die Veranstalter - sie hatten bisher immer unglaubliches Wetter und seit dem Zugspitz-Unglück sind die alle übersensiblisiert. Und Hand aufs Herz: 2300 Teilnehmer sind sicher nicht 2300 Trailrunner.

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