Dolomite Skyrace 2014

Einen Bericht zum Dolomites Skyrace von Christoph findet ihr hier auf seiner Homepage!

Bilder von Chris und Patricia

Das Dolomite Skyrace ist die 2. Station der skyrunner world series in der Kategorie sky. Dementsprechend hochkarätig besetzt ist das Teilnehmerfeld und hoch sind die Erwartungen an diesen Lauf. Vom Raum Zürich aus liegt Canazei, der Ausgangs- und Zielpunkt des 22km langen Rennens auf den Biz Boé (3152m), ja nicht gerade um die Ecke. Für ein Wochenende eine brutale Gurkerei mit dem Auto, aber Berichten, Videos und Bildern zu Folge ein geniales Event, dass die lange Anfahrt berechtigen sollte.

 

Unsere Erwartungen wurden tatsächlich mehr als erfüllt! Bei besten Bedingungen zogen 600Teilnehmer in 3 Blocks auf die Rennstrecke los. Zunächst etwas monoton über die Skipiste, aber spätestens ab dem Pordoipass wich die Anstrengung purer Wettkampffreude. Umgeben einer Traumdolomitenlandschaft schlängelt sich der Menschenwurm auf die steinige Pordoischarte hinauf, welche den Weg hinüber zum Biz Boé, dem höchsten Punkt des Rennens, frei gibt.

 

Das Tempo im Geröllcouloir ist gering, überholen allerdings mühsam, somit heisst es Kräfte sparen für den finalen Anstieg und den folgenden Megadownhill über 12km und 1750Hm. Die Italiener feuern in der Scharte jeden Läufer mit allen Kräften an, die Geräuschskulisse in diesem Felskessel ist überwältigend, da sinkt die Anstrengung gefühlt nur noch auf ein Minimum. 

 

Ab der Scharte gehts im Schnee weiter, das Panorama breitet sich weiter aus, ein angenehmes Lüftl kühlt die überhitzten Körper. Relativ eben erreichen wir den Fuss des felsigen Gipfelaufbaus des Biz Boé, Ketten erleichtern teilweise den Anstieg, allerdings bilden sich dort auch Warteschlangen. Ich klettere meist nebenan vorbei, greife feinen Dolomitfels, steige keuchend Schritt für Schritt weiter während mir das Laktat die Beine wie Blei erschweren lässt. Doch die Freude am Tun, am rhythmischen schnellen Höhegewinnen lässt wiedermals die Anstrengung vergessen.

 

Kurzes Innehalten am höchsten Punkt, für einen kurzen Moment die Aussicht geniessen und das Glücksmoment geniessen, abspeichern, die Konzentration zurückgewinnen, denn ein technisch anspruchsvoller Abschnitt folgt. Über glitschige Felsstufen, Schnee- und Geröllfelder purzeln wir hinab zur Boéhütte, von wo ein weiterer, aber nur kleiner, Anstieg erfolgt, bevor der lange Downhill durchs malerisch schöne Val Lastis den Weg frei gibt Richtung Zielgerade.

 

Wir sliden über Schneefelder, juchzen, lachen, wir haben Spass. Auch wenn wir uns oft nicht verstehen, da wir verschiedenen Sprachen sprechen, doch in diesen Momenten verstehen wir uns ohne Worte. Der Ausdruck von Freude und Spass kennt keine Sprachgrenzen, nach einem Monsterdownhill über steilste Geröllfelder grinsen ein Italiener und ich uns einfach nur an, klatschen ab, wir sind in dichtem Gefolge an ca. 50 Teilnehmern vorbeigedonnert, Steine spritzen seitlich weg, eine Mischung aus Rutschen, kontrolliertes Stolpern und Riessenschritten. Volles Risiko und doch souverän.

 

Danach sind die Beine erstmal platt, aber egal, geil wars. Dass das letzte Stück ab Pian Schiavaneis, voll der brütend heissen Sonne ausgesetzt, nochmals den Kopf auf eine harte Probe setzte, darauf war ich nicht vorbereitet. Immer wieder stieg der Weg für kurze Stücke an, wechselte dann abermals in einen schattigen Wurzelsteig, der einen wiederum auf sonnig breitem Schotterfahrweg ausspuckte. Zermürbend. Wann kommt endlich das Ziel in Sicht? Ich kann und mag nicht mehr, doch mag ich meine persönlich tolle Zeit auch nicht herschenken. Ich beisse so gut wie es geht durch.

 

Und dann, endlich, Zivilisation, Anfeuerungsrufe heben die Motivation, eine letzte Kurve, Zieleinlauf mit obligatorischem Endspurt. Jawoll! 3:17:40, die Uhr bleibt stehen, 26. Platz bei den Frauen. Wahnsinn, ich bin mehr als zufrieden, stolz, nichts hat mir weh getan, keine Krämpfe, keine Gelenksschmerzen, alles perfetto!!!

 

Wie hochkarätig das Teilnehmerfeld besetzt war, zeigt sich auch an der Platzierung von Chris, mit Platz 91 bei den Herren, aber einer tollen Zeit von 2:39:35 braucht man keine Erwartungen an die Top 50 haben als Amateursportler mit Kind und Kegel. Aber mit denen sind wir auch nicht angerückt, sondern mit freudvollen Erwartungen an einen Lauf-Klassiker.

 

 

Fazit: Sehr zu empfehlen, wenn man technisch anspruchsvolles Gelände liebt. Steil und geil, kurz und knackig! Dazu in einer faszinierenden Dolomitenlandschaft aus steilen gelben Felswänden und lieblich grünen Wiesenlandschaften mit lichtem Waldbestand und kleinen Bächlein. Gute Stimmung, gute Organisation und bella Italia.

 

Dolomite Skyrace

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