Skyrun Ulrichshorn 3925m

Plan B musste her, nachdem der Kaltfrontdurchzug auch im Wallis Neuschnee auf den hohen Bergen gebracht hatte, der bis Sonntag noch nicht vollständig geschmolzen war. Das Ulrichshorn bietet keinerlei grosse Schwierigkeiten oder objektive Gefahren, ein Paradeberg fürs Skyrunning, auch wenn ihm gerade 75m bis zur magischen 4000er Grenze fehlen, ist er nicht minder interessant. 

 

Von Saas-Fee bei der Kirche leitet ein serpentinenreicher Bergwanderweg bis zum Hüttenaufstieg der Mischabelhütte, welcher megasteil und felsig mit reichlich Drahtseil und Eisenklammern entschärft, schliesslich auf den Hohbalmgletscher mündet, welcher in ebener Traverse überschritten und dann recht mühsam über einen steileren Hang zum Windjoch hinauf verlassen wird. Das Windjoch machte seinem Namen alle Ehre, ein scharfer Nordwind blies uns entgegen und wirbelte den Schnee durch die Luft. Die letzten 80Hm bis zum Ulrichshorngipfel führt ein Firngrat an, der mit griffigen Verhältnissen uns zum Glück den Weg zum Gipfel nicht versperrte.

 

Wow. Staunen. Freude. Atemnot. Und siehe da, auf der Südseite 2m unterhalb des Gipfels steht eine kleine windstille Bank, gerade gross für 3 Personen! So können wir dort oben auf fast 4000m Höhe unseren Erfolg und das Panorama auf uns wirken lassen. Gigantische Sicht, der beeindruckende Nadelgrat und die ebenmässige NO-Flanke der Lenzspitze ziehen immer wieder unsere Blicke an. 

 

Ein tolles Geburtstagsgeschenk für Christoph, der heute hier oben stehen darf. Immerhin sein erster Skyrun auf einen fast 4000er, wie für Harald und Patricia auch. Wir sind fasziniert beim Tiefblick auf Saas-Fee hinab, wo wir vor weniger als 4 Stunden gestartet sind. 3h10min reine Laufzeit von der Kirche bis zur weissen Gipfelkuppe des Ulrichshorn. 

 

Für den Abstieg zum Windjoch heisst es Konzentration, eine 2m Passage mit sehr festem Schnee, der kein Ausrutschen verzeiht, verlangt höchste Aufmerksamkeit, danach können wir es allerdings entspannt laufen lassen und besonders die steile Südostflanke hinab vom Windjoch auf den Gletscher bereitet Freude. Mit den Schneeketten auf den Goretex-Trailschuhen rennen wir jauchzend hinab, eine Mischung aus Hinabsurfen und Schritten wie auf dem Mond. Schwerelos, und doch, Schnaufen, Schnaufen und abermals Schnaufen ist angesagt. Die Höhe macht sich auch hier bemerkbar, wir sind halt leider überhaupt nicht akklimatisiert.

 

Bei der Mischabelhütte stossen wir mit einem grossen Cola an, Koffein-und Zuckerschock, der uns die nötige Konzentration für den Hüttenabstieg verleiht. Erstaunlich leichtfüssig hüpfen wir hinunter, erst bei den endlosen Serpentinen zeigen sich erste Ermüdungserscheinungen, die Fusssohlen schmerzen, die Füsse qualmen in der Goretex-Schuhen. Ein Blick auf die Uhr, wir müssen das Tempo hochhalten, keine Zeit für Pausen, wenn wir die 5Stunde-Grenze nicht überschreiten wollen. Und siehe da, unser Zieleinlauf bei der Kirche, knapp unter 5Stunden, wieder entgleitet uns ein Wow über unsere Lippen. Wir klatschen ab und stürmen zufrieden den Coop-Store. Durst, Hunger. Grundbedürfnisse befriedigen. 

 

Und dann nochmals der Blick zurück, das Ulrichshorn in weiter Ferne thront über Saas-Fee...Stolz, Zufriedenheit, Erschöpfung, eine unbeschreibliche Mischung!

 

Läufer: Harald, Christoph, Patricia

Strecke: Saas Fee Kirche bis Ulrichshorn 15km/2150Hm

Zeit: 3h30min mit Pausen, 3h10min ohne Pausen bis zum Ulrichshorn

Gesamt: ca. 6h mit Pausen, knapp unter 5h ohne Pausen

 

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Kommentare: 1
  • #1

    peter (Montag, 18 Juli 2016 21:55)

    hey ihr drei, coole sache!! war am samstag auch auf ulrichshorn ;-)
    uns hat's wegen zuviel neuschnee im BO ins VS verschlagen. hier haben wir am samstag den nadelgrat gepackt. am sonntag sind wir von der hütte ins tal gelaufen, da haben wir uns wohl irgendwie knapp verpasst...

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