Skyrun Alphubel

Der dritte Berg im Bunde nach Ulrichshorn und Weissmies ist der Alphubel. Eine Schippe höher und mit steiler Eisnase gespickt versprach er noch etwas mehr Herausforderung. Immerhin sind 2700Hm zu bewältigen und die Firnflanke wartet mit gut 40Grad auf. 

 

Diesmal mit im Bunde Natalia (für sie wird es der erste Skyrunning 4000er sein), Christoph, Harald und Patricia. 

 

Von der Kirche in Täsch geht es sodann kompromisslose 450Hm steil nach oben, ein Wiesensteig mit unzähligen Serpentinen, die besonders im finalen Downhill die Oberschenkel zum Platzen bringen werden. Dafür herrscht am Morgen um 8:30Uhr angenehme Kühle auf der Westseite, die Sonne erreicht uns erst im Täschtal im Anstieg zur Täschhütte. Wie so oft sind die Hüttenwege gut ausgebaut und ausgetreten und ermöglichen ein kraftsparendes Vorwärtskommen, so dass wir bereits nach etwas über 1,5h die Täschhütte erreichen.

 

Ab hier ändert sich das Terrain, es wird gerölliger und der breite Weg reduziert sich in einen Pfad, der durch ein Tälchen und über die Moräne zum Gletscheranfang führt. Der Alphubelgletscher ist ein gutmütiger mit nur wenigen Spalten durchzogen und gemässigter Steilheit, perfekt zum Skyrunnen. Mit unseren Snowline Ketten unter den Füssen gehts zügig über das blanke Eis, nur die Höhe bremst uns nach und nach immer mehr ein. Besonders Patricia hat heute zu kämpfen und ist erleichtert, als sie das Alphubeljoch erreicht, von dem der weitere Anstieg überschaubar erscheint, wenn auch dieser die Spreu vom Weizen trennen wird.

 

Eine sanft geschwungene Himmelsleiter führt zur Eisnase, der steilen Firnflanke des Alphubels. Es sind Stufen der Bergsteiger vorhanden, wenn auch nicht übermässig ausgeprägt, so dass Harald, als erster von uns, jeden Tritt etwas fester setzt, damit wir für den Abstieg bessere Spuren vorfinden werden.

 

Nach 4h37min stehen wir gemeinsam auf dem flachen Top auf 4206m mit einer Aussicht, die ihresgleichen sucht! Die Zermatter Skyline vor Augen, sogar der Aletschgletscher schimmert am nordöstlichen Horizont, die Autobahn am Allalin und natürlich das Matterhorn, der formschönste aller 4000er. Überhaupt, das Matterhorn begleitet beim Anstieg zum Alphubel. Zuerst lugt nur sein Spitz heraus, dann nimmt es immer mehr Gestalt an, bis es schliesslich nur noch als einer der unhähligen Berge ringsrum fungiert, aber mit seiner dominanten Form trotzdem der Magnetpunkt bleibt.

 

Beim Abstieg über die steile Firnflanke ist Konzentration gefordert, ein falscher Schritt und man würde in der Tiefe der schuttigen Südwestseite des Alphubels verschwinden, bestenfalls würde der Bergschrund auf der Ostseite dem freien Fall Einhalt gebieten. Also, besser Pickel und Zacken an den Schuhen exakt gesetzt und Schritt für Schritt mit dem Gesicht zum, mittlerweile leider doch schon recht weichen Schnee, abklettern.

 

Das teure, aber obligatorische Cola auf der Täschhütte füllt einmal mehr die entleerten Energiespeicher, die Sonne brennt noch immer auf unsere Schädel und wir bevorzugen alsbald den Weiterweg nach Täsch hinab, als uns ein ausgiebiges Sonnenbad zu gönnen, womit um diese Uhrzeit bereits viele Bergsteiger ihre Zeit auf der Täschhütte vertreiben.

 

Am Schluss wirds immer etwas zäh, die Fusssohlen brennen, die Müdigkeit steht ins Gesicht geschrieben (immerhin sind wir von Zürich aus im Morgengrauen angereist), doch die Freude über das Geleistete, die gelungene Realisierung eines Projektes, das gemeinsame Erlebte wischt für einen Moment die Strapazen zur Seite, als der Stoppuhrknopf nach 8h gedrückt wird und wir uns in die Arme fallen...ein grandioser Tag mit der Skyrunning-Gang!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Traillauf-Community

Skyrunning Verein

im Raum

Zürich/Zentralschweiz

 

info@trail-maniacs.ch
www.trail-maniacs.ch

 

Instagram