Skyrun Aiguille du Tour, Sommet Sud

Mit Norbert, Harald und Patricia als 3er Team stand ein neuer Schritt in unserer Entwicklung an, ausgerüstet mit Seil und Gletscherausrüstung einen technisch einfachen Skyrun anzugehen. Dafür eignete sich die Aiguille du Tour im Grenzkamm der französisch-schweizer Grenze besonders gut, da dieser Berg mit einfacher Kraxelei zum Schluss eine vielfach überlaufene Einsteigerhochtour im Chamonix-Gebiet darstellt.

 

Ausgehend von le Tour, über das Ref. Albert 1er und den Glacier du Tour erreichten wir recht bald das Col du Tour, wo uns endlich die Sonne begrüsste. Mit unserem frühen Start um Viertel nach 6 am Morgen war es ungewöhnlich kalt und ein eisiges Lüftl begleitete uns den ganzen Anstieg lang, so dass wir nun endlich eine Schicht nach der anderen ablegen konnten. Der Anstieg zum Col du Tour verläuft auf den letzten 30Hm durch brüchig, schuttiges Gelände, nicht schwierig, aber zum Aufpassen.

 

Dahinter breitet sich das Trient-Plateau aus, eine riessige weisse Fläche, wir steuern nach Norden in guter und noch immer recht harter Spur unterhalb der Aiguille Purtscheller entlang zum Gipfelaufbau der Aiguille du Tour. Einige Seilschaften sind am Absteigen, wir lassen sie noch passieren, bevor wir seilfrei und ohne die Schneeketten an den Füssen die anregende Kraxelei durch die Südwand angehen. Der Fels ist schön griffig und ausgeräumt, der Anstieg kaum zu verfehlen. Nach genau 4 Stunden seit unserem Aufbruch in le Tour sitzen wir oben am Südgipfel der Aiguille du Tour, staunen über das Panorama, freuen uns über die neue Erfahrung mit Seil und Gletscherausrüstung heute den Skyrun angegangen zu sein, auch wenn im Nachhinein betrachtet die Zusatzausrüstung mehr als entbehrlich gewesen wäre.

 

Nach dem Bergschrund lassen wir es laufen, Norbert donnert in seiner Manier die Schneepiste hinab. Der "Murder on the dancefloor" lässt es heute ordentlich krachen! Diesmal wählen wir die kürzere Abstiegsvariante über das Col Supérieur du Tour, mit den Eisen an den Füssen kein Problem und schon bald dürfen wir uns der Ketten entledigen und joggen zum Gletscherende zurück. Wow, wie das flüssig läuft! Auch wenn es ab und an immer mal wieder einem die Füsse zupft und der Pickel wild durch die Gegend schwingt, die Downhills auf leicht aufgeweichtem Schnee sind schon immer das Beste!!!

 

Nach 5 1/2h sind wir wieder bei der Hütte, wo uns fast der Schlag trifft. Eine durchgängige Karawane an Wanderern und Bergsteigern, Trailläufern und Speed-Hikern, so weit das auge reicht. Was ein Schlag ins Gesicht, denn auf unserer Runde sind wir bisher nur erstaunlich wenigen Seilschaften begegnet. Im Slalom cruisen wir durch die Menge, springen von Stein zu Stein, der Puls schnellt nochmals in die Höhe. Erst beid er Abzweigung zum Sessellift wird es ruhiger und wir rollen die letzten steilen Höhenmeter ins Tal zurück. Nach fast 6 1/2h sind wir wieder beim Auto zurück und beenden unseren "grenz"genialen Ausflug auf die Aiguille du Tour mit Omelette und Panaché auf der Sonnenterasse nebenan. Das herannahende Gewitter stört uns jetzt dabei kaum noch...

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