Pizzo Grandinagia, steile Couloirs

Den Schnee muss man momentan leider ja noch suchen. Doch wie so oft trifft man im Bedretto auf ganz passable Verhältnisse. Mit Ski lässt sich da schon vom Auto starten. Leider hängen heute noch einige Wolken im Tal, auf eitel Sonnenschein müssen wir noch warten. 

 

Ruppig, aber gut passierbar im Aufstieg, gehts zügig entlang des Wanderweges bis zur Val d'Olgia, wo sich die Wege der Türler trennen. Einige sind heute unterwegs, der Parkplatz gut gefüllt. Wir steuern Richtung Pizzo Grandinagia, da der Gipfel zumindest nicht in Wolken eingehüllt ist, der ursprüngliche Plan hinauf zur Bochetta di Formazzora zu steigen, verwerfen wir aufgrund der festsitzenden Wolkenbänke dort drüben. 

 

Der Wind der letzten Woche hat kräftig gewirkt im Gebiet, pickelharte Oberflächen wechseln mit Bruchharschpassagen und ganz wenigen, noch pulvrigen Abschnitten (oberhalb 2200m). Dazu weht ein kühles Lüftchen im schattigen Anstieg, wir bleiben demnach beim zügigen Tempo und erfreuen uns später umso mehr, als wir auf dem Wintergipfel (P2699) in die Sonne treten. gerade zur rechten Zeit, die Wolken beginnen sich almählich zu verziehen.

 

Während des Aufstieges liebäugelten wir mit der steilen Westflanke des Grandinagia, die in einem Couloir ausläuft. Sicherlich nicht die besten Bedingungen für eine Befahrung, was den ein oder anderen ins Grübeln brachte. Doch Jakobs ungebrochene Motivation steckte dann doch an und wir stachen einer nach dem anderen in die Westseite. Bescheiden, bescheiden, der Schnee. Dafür eine tolle Line!

 

Wir fellen ein weiteres mal an und queren eins weiter in das benachbarte breite Westsüdwest-Kar, welches zwischen Winter- und Hauptgipfel, oben immer steiler und enger werdend, endet. Und siehe da, für gut 200Hm finden wir ein feines Pülverchen, ein Grinsen überzieht unsere vier Gesichter. Doch zunächst will das Couloir mühsam erstiegen werden. Mittlerweile brennt die Sonne hinein, die Temperaturen steigen, wir müssen die Ski satteln und Tritt für Tritt senkrecht hinauf stapfen. Puh, der Schweiss rinnt wohl bei Stephen und Patricia nicht nur wegen der glühenden Sonne über die Stirn, die zunehmende Steilheit der Rinne in Bezug auf die Abfahrt, lässt für sie ebenfalls den Adrenalinpegel steigen.

 

Eine ausgiebige Rast im sonnenbeschienenen Sattel erwartet uns, mittlerweile hat es total aufgetan, kaum ein Wölkchen mehr zu sehen. Dann gehts hinein ins eingekesselte Couloir, Jakob haut sich schwungvoll hinab, der Rest der Truppe rutscht eher zögerlich die ersten Meter hinab, weiter unten dann bei abnehmender Steilheit Big Turns und genussvolles Schwingen, bevor wir den Rückweg über vereiste Pisten und bockharte Buckel in Angriff nehmen. Es rattert und knattert, so stell ich mir eine Fis-Abfahrtspiste vor, wo Diamantkanten Mindestanforderung sind...

 

  

Stephen, Jakob, Harry und Patricia

 

Und noch einige Bilder von Stephen und Jakob:

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