Engadiner Traumtrails

Val Roseg

 

Bei der Brücke in Pontresina nahe des Bahnhofes geht es los. Wer die Augen offen hält, startet schon gleich auf schönen Pfaden, wer lediglich der Wanderwegmarkierung folgt, findet sich auf breiten, gepflegten, mit dem Kinderwagen passierbaren Wanderwegen. 7km geht es mehr oder weniger eben taleinwärts bis zum Hotel Roseg, wo sich das Tal öffnet und die Sicht auf die Gletscher im Talkessel frei wird. Doch bereits der "Warmup" ist nett, das Rauschen des Wassers begleitet dich stets, es gilt auf einige Wurzeln und Steine aufzupassen und auch mal einem Wanderer auszuweichen.

 

Spätestens ab dem Hotel Roseg fängt es dann aber so richtig an Spass zu machen. Der perfekt angelegte Wanderweg hinauf zur Coazhütte bringt nicht nur ein paar Höhenmeter und damit tolle Aussicht, sondern auch Abwechslung mit grossen Blöcken, kleinen Bächen, Blumen am Wegesrand und diesem wunderbaren Blick auf Piz Bernina und Piz Roseg. Später dann rücken die zerklüfteten Gletscher oberhalb der Coazhütte ins Blickfeld und der Wanderweg verläuft relativ eben auf einer Höhenschichtlinie.

 

Leider sind bei uns noch einige weiche Schneefelder zu queren, die den Lauffluss unterbrechen und nasse Füsse bescheren, inklusive vitalisierender Beinkühlung. Wir beschliessen daher bei der Abzweigung hinunter zum türkisfarbenen Gletschersee zu rennen und nicht bis zur Coazhütte uns vorwärtszukämpfen.

 

So wunderbar laufbar bis hierher die Strecke war, umso anspruchsvoller wird der Downhill hinunter zum See. Wir müssen Tempo rausholen, die Felsen sind glatt poliert und glitschig. Am See erwartet uns ein kleiner Beach. Wahnsinn! Raus aus den Schuhen und hinein ins Eiswasser!

 

Was danach folgt sind Traumtrails vom Feinsten! Entlang des Sees und hindurch durch das Delta. Wow, yippiiieehhh! Flowtrails ohnegleichen!

 

Ab dem Hotel Roseg dann Fleissaufgabe, die 7km wollen wieder hinausgejogged werden, aber es gibt definitiv grässlichere 7km! Mit dem Rauschen des Baches und dem guten Duft des Waldes verfliegen auch diese relativ flachen Kilometer im Nu.

Muottas Muragl - Alp Languard

 

Auf den Spuren des Engadin Ultraks wandeln wir heute. Zugegeben in verkehrter Laufrichtung und ohne die Höhenmeter zur Capanna Segantini. Aber wir wollen es heute einfach nur speedig krachen lassen. Mit der Standseilbahn geht es hinauf auf Muottas Muragl und sogleich mit leichtem Höhenverlust hinein auf die Pontresiner Superflowtrails.

 

Genau richtig vom technischen Anspruch her kannst du auf diesem Abschnitt zur Alp Languard deinen Trailspeedrekord knacken. Ungläubig stelle ich fest, dass ich gerade schneller unterwegs bin, als ich fähig bin auf irgendeiner Strasse zu rennen! Mit minimalem Höhenverlust läuft es sich so schnell die Automatismen schalten können. Nur fliegen ist schöner oder bin ich vielleicht bereits abgehoben?!? Jedenfalls fühlt es sich so an, die Füsse tuschieren minimal den Boden, die Schrittlänge auf das weiteste, was möglich ist, ausgefahren.

 

Ab der Alp Languard hängen wir die kleine Zusatzschlaufe Richtung Capanna Paradis an, bevor es in einem rasanten Downhill hinunter nach Pontresina geht. Im Val Roseg regnet es bereits, doch hier, auf der Sonnenseite Pontresinas hält der Wind die Wolken fern. Mit der Sonne im Gesicht und einem breiten Grinsen gehts zurück zum Auto.

 

 

Pass Suvretta

 

Im Bereich des Corviglia Skigebietes gibt es nicht sonderlich viel zu bestaunen ausser hässlichen Skipisten. Doch wenn man gleich ab der Signalbahnstation den breiten Weg nach links einschlägt, kommt man kaum in Berührung mit dem Skigebiet. Fein zum Warmwerden und einlaufen geht es relativ eben hinüber zur Alp Suvretta und spätestens ab hier darf man ins Trailparadies eintauchen. Immer schön laufbar folgen wir dem Wanderweg zum Suvretta Pass hinauf. Begleitet vom Wasser, zum Glück nicht von oben. Denn gerade just in dem Moment tut der Himmel rund um uns auf und macht der Sonne Platz. Die frisch angezuckerten Berge glänzen in einem grellen Weiss uns entgegen.

 

Die Goretex-Schuhe waren eine gute Wahl am heutigen Tage. Der Pass Suvretta ist noch schneebedeckt und der Altschnee völlig durchnässt, so dass wir mehrmals einbrechen und mit den Füssen im Bach stehen. Ein feiner Höhentrail führt unterhalb des Piz Nair zurück ins Skigebiet, wo leider wieder einmal eine Fleissaufgabe folgt. Zurück zur Signalbahn durchs Skigebiet manövrieren. Es gibt sicherlich besseres als Wanderweg im Skigebiet, aber nun ja, der Rest war es auf jeden Fall wert!

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