· 

Trailrunningwoche la Palma

31.03.-07.04.2019

Locker lässig in Singlet und Shorts, der Auftaktrun vom Puerto Tazacorte hinauf zum Aussichtspunkt El Time schlängelt sich charakteristisch mit Meertiefblick auf gepflastertem Weg. 

3,2,1 GO! Nein, diesmal ist es nicht der Startschuss zu einem Trailrunningwettkampf, sondern der bereits dritte Versuch, zeitgleich mit Arschbombe die Wasseroberfläche unseres Gemeinschaftspools in Schwingung zu versetzen. Neben all den Laufkilometern - zusammengezählt haben vermutlich mehr als 2000km Lavasand und Nadelwälder unsere Schuhsohlen abgewetzt - neben allem Ehrgeiz und Trainingsfleiss, unsere erste trail-maniacs Trailrunningwoche bot vor allem eines: Gemeinschaft, Spass und schlichtweg eine gute Zeit unter Gleichgesinnten. 

 

Logistisch zwar eine Herausforderung, aber mit 6 Mietautos ausgestattet und mit 4 Ferienhäusern auf einem Grundstück, erlebten wir eine familiäre Atmosphäre, die weit ab von einem durchstrukturierten Trainingscamp unseren Läuferalltag beschäftigte. Papi1 und Papi2 umsorgten kulinarisch unsere Girls, Küchenchef Ruedi zauberte nicht nur für jeden Morgen Kraftfutter, sondern schwang auch am Abend das Zepter um mit Pasta und Co. unsere hungrigen Mägen zu füllen. Grillmeister Yves verwandelte Steaks und Poulet in schmackhafte Eiweissspender, Djane Adél heizte uns mit 80-iger Jahresound am Pool ein, Pièrre checkte als einziger die spanische Waschmaschinenanleitung und generierte somit frischen Duft an unserer salzverkrusteten Traillaufbekleidung und Poolboy Hari kümmerte sich täglich um forellenklares Poolwasser

Ernsthaftes Trainingsregime? Konsequent waren wir nur bei Pool- und Grillparty mit Bier und Wein;-)

Dabei begann unsere Trailrunningwoche alles andere als optimistisch in Hinblick auf die Wetterprognose. Sollten wir ausgerechnet DIE Regenwoche des Jahres erwischen? Bereits beim ersten grösseren Run am Montag schiffte es die meisten herzlich ein. Wer zu urlaubsoptimistisch seine 7 Sachen gepackt hatte, wurde bestraft. Die Regenjacke musste her oder in den Laufshops in der City von Los Llanos di Aridane kurzfristig erstanden werden. Was mit einem Tröpfeln begann, endetet an diesem Tag in Dauerregen. Der Pool blieb geschlossen, die Teilnehmer verkrochen sich in ihre Häuser. Wie gut, dass wir genügend Bier, Brot und Pasta gekauft hatten. Der Refill durfte schon jetzt beginnen...

Pico Bejenado und Caldera Runde, nicht immer war uns das Wetter wohlgesonnen...

Habt ihr mal ernsthaft versucht 20 Individualisten unter einen Hut zu bringen? Eine Herausforderung. Unterschiedliche Leistungsniveaus, unterschiedliche Wünsche und Vorlieben, unterschiedliche Ambitionen für den Tag...und dann noch eine schier unendliche Auswahl an geilen Trails und Must-Do-Routen. Da kam es dann doch mal vor, dass wir zu 7 in einem Auto auf der Rückfahrt zusammenkuschelten oder zu Viert auf der Rückbank die super kurvige Strasse vom höchsten Punkt der Insel, dem Roque de los Muchachos (2426m), zurück zur Unterkunft überstehen mussten. Bei Haris Rallye-Fahrweise brauchts da doch eher unempfindliche Mägen und ein solides Gottvertrauen, dass es die Schlappen in den Haarnadelkurven nicht von den Felgen zieht. Immerhin, wir leben noch und dürfen vermutlich einen neuen Geschwindigkeitsrekord verbuchen.

Die Ruta de la Cresteria und der Berglauf hinauf zum Roque de los Muchachos vom Rif. Tinizara bzw. von El Pinar. Viele Wege führen auf den höchsten Punkt der Insel...und wenn nicht zu Fuss, dann zumindest mit dem Auto.

Bereits die ganze Woche wächst in Philipp das Begieren nach dem ultimativen Sonnenaufgangslauf. Bis er seine Mitstreiter überzeugen konnte, dass das mehr als nur eine blöde Idee ist, vergehen einige Tage. Doch dann, letzter Tag, letzte Chance. Die Tagung am Vorabend mal wieder ausgesprochen lange und unergiebig, zu mehr als früher Stunde beendet der unsanfte Wecker die viel zu kurze Nacht. Doch für dieses Licht, für dieses Panorama ist der frühe Aufbruch allemal wert.

Die Sonnenaufgangstruppe. Frisch, munter, fröhlich, frei :-)

Puerto Tazacorte. Hier steppt der Bär oder besser gesagt, tanzen unzählige Aussteiger zu Musik und Sonne. Ein Treffpunkt der Alternativen, aber auch ein herrlicher Ort, um die Seele am dunklen Lavastrand baumeln zu lassen oder in einem der Cafés der Brandung zu lauschen. Urlaubsfeeling. Wir verschieben den Après-Teil auf den späten Nachmittag, die fluggeschundenen Beine wollen zunächst bewegt und unsere noch weissen Körper dem grellen Sonnenlicht ausgesetzt werden. 2 Stunden genügen und Ruedi darf uns am Abend sein feuerrotes Genick präsentieren. 

Fotogen und immer sonnig: Puerto Tazacorte. Und zum Abschluss der ideale Platz um ins Meer baden zu gehen oder die schöne Auftaktrunde bei einem kühlen Serveza ausklingen zu lassen

Wer rastet, der rostet. Ganz so strikt nahmen wir das also nicht mit dem Rasttag, die Buchten entlang der Nordwestküste la Palmas erfordern einiges an Einsatz. Mit dem PKW, wie auch per pedes. Piratenbucht, Playa la Veta und Playa Callejoncito standen auf unserer Liste. Dass so ein Rasttag auch hungrig macht, durfte die Wirtin des Dorfcafés in Santo Domingo zu spüren bekommen. Sie staunte nicht schlecht, als Conny für unseren 10Mann-starken Tisch einmal die komplette Speisekarte bestellte. Ziegenkäse, Salate, Rindfleisch, Pouletspiesse, Tintenfischringe, Kroketten, Papas Arrugadas, Pommes und obendrauf ein Crêpes mit Waldfruchtfüllung. Als dann die Nachschlagbestellung kam und noch die zweite Traillaufgruppe eintrudelte, legte sie sich so richtig ins Zeug. Immerhin liess diese Grossbestellung die Kassen klingeln an einem Ort, der so ziemlich am A....der Welt liegt.

Die schroffe Westküste zwischen Tijarafe und Santo Domingo bietet abgelegene Buchten und Steilklippen.

Die Ruta de los Volcanos. Einzigartig. Speziell. Und mega flowig zu rennen, vorausgesetzt, man rennt sie von El Pilar zum Faro de Fuencaliente. Klar, die stärkeren Burschen mussten das Lavasandmonster in umgekehrter Richtung niederreissen. Höhenmeter bolzen, statt Höhenmeter fressen. Auf Höhe des Vulcan Martin dann Aufeinandertreffen der Gruppen, Fotosession, austauschen, Check ob die Autoschlüssel entsprechend deponiert worden sind. Das ist der Vorteil der grossen Gruppe mit den unterschiedlichen Leistungsniveaus: wir konnten mit unseren 6 Mietautos fast die ganze Insel bepflastern, so stand mit etwas logistischem Geschick immer ein Mietauto am Endpunkt unserer Routen parat.

Ruta de los Volcanos. Ein Juwel unter den la Palma Strecken.

Ciaociao und adios amigos!

Das Team von links nach rechts:

Philipp, Ruedi, Yves, Norbert, Andreas, Beat, Harry, Bruno, Jamie, Claudia, Pierre, Christian, Thomas, Sarah, Adel, Sue,

Flo, Conny und Patricia.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0