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Gasteräspitz bei der Balmhornhütte

Ein Blick auf die Karte erzählt im Falle des Gasteräspitz nur die halbe Geschichte. Unscheinbar, am Fusse des Wildelsigengrates des Balmhorns gelegen, versteckt sich dieses Gipfelkreuz. Doch der Schein trügt! Diese Tour hat es in sich, im positiven Sinne. Unheimlich abwechslungsreich und naturintensiv. Das Gasteretal bietet viel wilde Natur und schroffe Felswände, dazu zu Tal schiessende Wassermassen und der imposante, zerklüftete Gletscher der Balmhorn Nordwand. Fast ungläubig reiben wir uns die Augen, als wir nach dem gemütlichen Auftakt den steilen, mit Gras und Bäumen durchsetzten Felsaufschwung sehen, auf den der Wanderwegweiser hinzeigt. Ein rot-weisser Wanderweg zur Balmhornhütte? Krass. 

 

Und in der Tat, der Steig ist gut angelegt, wenn auch teilweise recht exponiert. Nach dem gestrigen Starkregen rinnt viel Wasser über die Felsplatten, welches im Licht der Sonne funkelt. Steile Stufen führen hinauf, wir queren eine Schlucht, die tief eingeschnitten das rauschende Wasser zu Tal geleitet. Dann folgt eine Verschnaufpause, ein flowiger Trail hinüber zur Balmhornhütte. Endlich, wir können es laufen lassen. Ein junge Dame mit strahlenden Augen fängt uns auf der kleinen Hüttenterrasse der Balmhornhütte ab und reicht uns freudig ein Tablet mit 3 Gläsern, hausgemachter Eistee als Zwischenstärkung, wenn das mal keine coole Verpflegungsstation ist! Gastfreundlichkeit wird hier gross geschrieben und gelebt, wir freuen uns demnach schon auf die Einkehr nach vollbrachter Tat. Doch zunächst wollen noch ein paar steile Höhenmeter hinauf zum Gasteräspitz gekillt werden.

 

Die Aussicht auf den Balmhorngletscher ist phänomenal, immer wieder knallt es, Eisbrocken rauschen in der Ferne in die Tiefe. Im oberen Teil stossen wir auf einen Art Kamm, der uns aussichtsreich und endlich auch etwas flacher zum Gipfel befördert. Wir staunen nicht schlecht über den Tiefblick hinunter nach Selden zu den paar Häuschen. Nebelbänke hängen in der Ostwand, die wild zerklüftet und zerfurcht mit Türmen noch besser durch die Wolken zur Geltung kommt. Wir geniessen das Panorama, die Stille und die beeindruckende Landschaft, die uns den heutigen Aufstieg entlang begleitet hat. Ein Kleinod.

 

Zurück bei der Balmhornhütte werden wir ein zweites Mal mit einem Glas Eistee herzlich empfangen. Genüsslich breiten wir uns auf der Sonnenbank aus und lassen uns mit Aprikosenkuchen und später mit einem Balmhornplättli verwöhnen. Dass es sich mit vollem Magen weniger gut laufen lässt, soll uns zu diesem Zeitpunkt gerade nicht stören. Als einzige Gäste profitieren wir vom Sonderservice, auch wenn wir beim Downhill die gute Bewirtung später bereuen werden. Die Wurst vom Plättli ist dann halt doch nicht ganz läufermagenkonform...

Infos zur Tour gibts auf elevation.alpsinsight.com

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