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5. trail-maniacs weekend Pitztal

Verschneite Berggipfel und rötlich gefärbte Heidelbeerstauden versprechen auch diesmal bei der Hinfahrt ins Pitztal grandiose Trailtage am Dach Tirols. Bereits zum fünften Mal besuchen wir die wilde, alpine Landschaft rund um Mandarfen. Es ist ja nicht unbedingt so, dass die Schweiz keine Berge zu bieten hätte. Doch etwas über den Tellerrand schnuppern und Tapetenwechsel hat noch keinem geschadet. Und so finden sich an einem heiteren Freitag Mittag 25 Trailbegeisterte im Hotel Vier Jahreszeiten ein. 

 

Auftaktrun

Wir teilen uns in zwei grosse Gruppen auf, auf dem Programm stehen der Fuldaer Höhenweg zur Auswahl bzw. der Cottbuser Höhenweg mit Brandkogel. Begleitet vom milden Nachmittagslicht tauchen wir ein in die Pitztaler Berglandschaft, die herbstlicher nicht sein könnte. Menschenleer, farbenfroh und angenehm frische Temperaturen. Trotzdem perlt der Schweiss auf unseren Gesichtern. Die steilen Meter fordern Kraft, das Herz rutscht dem ein oder anderen in die Hose. Die Trails im Pitztal sind alpin, so richtig, mit viel Blockwerk und Kraxlpassagen. Wer das nicht gewohnt ist, bekommt zum Auftakt einen derben Dämpfer. Für die Gemsen und Steinböcke unter uns beginnt das grosse Festmahl, 3 Tage auf einsamen Bergpfaden zusammen mit einer wilden Horde trail-maniacs.

 

 

der lange Samstagsrun

Bereits um 9:08Uhr kurven wir in unserem "Privatbus" talauswärts, die einen haben den Pitztaler Almenweg im Visier, die anderen den Rüsselsheimer Höhenweg.   Noch liegt dichter Nebel über dem Talboden, wie lange er uns begleiten wird, können wir nur schätzen. Umso erstaunter sind wir, als wir bereits recht hoch oben erkennen müssen, so ganz wolkenlos wird es heute nicht werden. Dafür dürfen wir uns an Wolkenlücken erfreuen, die konzentriert auf das Wesentliche die teilweise recht schroffen Berggipfel schlagartig enthüllen. Eintauchen, Rauskommen, von der Sonne beschienen, vom dampfenden Grau vereinnahmt. Die Atmosphäre wechselt, wir sind entzückt und geniessen jeden Meter unserer beiden Höhenwege. Ein Blockfeld reiht sich an das andere, teilweise endlos, dann wieder Flow und Trailrunningfreuden. Dass wir zum Schluss der Rüsselsheimer Tour noch Kaiserschmarrn und Apfelstrudel auf der namensgebenden Hütte serviert bekommen, rundet das Trailrunningerlebnis ab. Im warmen Licht der Nachmittagssonne rollen wir schliesslich von der Rüsselsheimer Hütte ins Tal hinunter, eine Augenweide dieser Downhill. Schöne Serpentinen, nicht zuuu technisch, aber doch Konzentration erfordernd, durch rotgefärbte Hänge und mit Blick auf die hohen Berge des Kaunergrates. Dort drüben toben sich zur gleichen Zeit die anderen aus, der Almenweg mit Verlängerung Cottbuser Höhenweg offeriert zum Abschluss die anspruchsvollsten Passagen des Tages. Eisenstifte, Drahtseil und Leitern versichern die schwierigsten Passagen.

 

 

Skyrun Mittagskogel

Der zweite Hausberg, neben dem Brandkogel, ist der formschöne dunkle Kegel am Ende des Pitztales. Wieder hiken wir durch ein Meer von rotfarbenen Stauden und Büschen. Doch diesmal begleitet uns das Morgenlicht, ein strahlend blauer Tag steht uns bevor. Zu unterschiedlichsten Uhrzeiten wurde heute gestartet, Ziel ist der Mittagskogel und nachfolgend die Bergstation des Pitztal Express bzw. der Weiterweg über den Gletscher und die Braunschweiger Hütte als Rundtour. Irgendwann wird es frisch, die schattige Nordseite zeigt uns das alpine Ambiente des Mittagskogel. Nach den lieblichen Stauden und Wiesen ist nun Blockwerk und Schotter an der Tagesordnung. Schliesslich gesellt sich noch gefrorener Boden und Schnee hinzu, sowie ein eiskalter Wind. Der zum Schluss hin immer steiler werdende Anstieg entpuppt sich als echtes Vertikal, wer auf Stöcke gesetzt hatte, darf nun den Allrad getrost einsetzen, alle anderen müssen mit ihren Händen den Allrad erzeugen. Zwei Schritte vor, einer zurück, oder so ähnlich. Wie schön, als wir die Schulter erreichen. Die Sonne blitzt uns entgegen, das Panorama öffnet sich, die Pitztaler Gletscherwelt liegt uns zu Füssen. Etwas Blockhopping und schon steht einer nach dem anderen am grossen Gipfelkreuz des Mittagskogel. Immerhin über 3000m hoch und das Ende September in Shorts!

 

 

 

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