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Crossing Engiadina, 70.5 km

Tag 1: Trail da Muntagna

Nicolai Gmünder, Crew Winterthur

Die Trails führen dabei an schönen Bergseen, steinigen Geröllfeldern und ganz vielen großartigen Aussichtspunkten vorbei. So hatte ich die einmalige Gelegenheit das Engadin von seiner schönsten Seite zu erleben, nämlich laufend. 

Motiviert bis in die Zehenspitzen preschen die ca. 60 TeilnehmerInnen beim Start in St. Moritz los. Ein bisschen unwohl ist mir dabei schon, aber wer nicht wagt der gewinnt auch nicht und so reihe ich mich ziemlich vorne ein. Steil geht es durch den Wald nach oben, vorbei am Hahnensee und hoch zur Mittelstation der Corvatschbahn. Da bin ich nun wirklich froh um meine 2 Tage Akklimatisierung, denn auf 2700müM ist die Luft doch ziemlich dünn. Nach den abwechslungsreichen Trails aufwärts ist der Downhill dann doch eher eine Skipiste, breiter Kiesweg fast die ganze Zeit. Dazu noch ein Platzregen mit Hagel auf den letzten Kilometern. Erschöpft und völlig durchnässt komme ich im Hotel an. 

Tag 2: Trail da Glüsch

Der Name hielt was er verspricht, viel Licht und hohe Temperaturen von Beginn an. Die schweren Beine sind schnell vergessen, hoch geht es nun von Samedan aus auf der anderen Talseite in Richtung Alp Muntatsch. Diesmal gelingt es mir ein wenig nachhaltiger zu laufen. Das zahlt sich im technischen Downhill aus wo ich deutlich weniger Zeit verliere als am 1. Tag. Die letzten Kilometer werden aber trotz guter Aussicht auf St. Moritz und seine Seen zur Qual. In der Mittagshitze schleppe ich mich ins Ziel. 3 volle Mahlzeiten, ein kostenloses Eis und ein kaltes Bad für die Beine im St. Moritzer See halten mich irgendwie über Wasser😊.

Tag 3: Trail da Lej

Ich wache auf und könnte mich gleich wieder hinlegen. Die Beine sind schon vor dem Start müde, der Kopf auch. Und das gerade am letzten Tag, wo mit zwei grösseren Anstiegen und 26km insgesamt der härteste Tag ansteht. Andere machen sich vielleicht Gedanken um die Gesamtplatzierung, für mich ist es der längste Traillauf, den ich bis jetzt in Angriff genommen habe, überleben ist das Ziel! Von Sils aus geht es durch den Wald hoch und auch wieder hinunter, wo dann einige flache Kilometer auf der Strecke des Engadiner Sommerlaufs zu bewältigen sind. Soweit so gut, doch der zweite Anstieg hat es in sich. An Laufen ist hier nicht mehr zu denken, ich versuche mich mit meinen Stöcken irgendwie nach oben zu schleppen. Unterdessen ist es wieder ziemlich warm und ich bin froh, kann ich zuoberst einen meiner Flasks mit Iso nachfüllen. Den letzten Streckenabschnitt fliege ich fast hinunter nach St. Moritz (leider so schnell, dass ich eine Abzweigung verpasse und noch eine kleine Extrarunde drehe). Todmüde, etwas dehydriert und überglücklich komme ich wenig später im Ziel an.

 

Mit insgesamt 7h55min23s bleibe ich noch knapp unter 8h für alle Etappen. In meiner Alterskategorie bis 40 Jahre (da habe ich doch tatsächlich noch einige Jahre Zeit! 😊 ) ist das der 4. Platz.

 

 

Ein grosses Dankeschön an die trail-maniacs, das St. Moritz Running Festival und On Running für den Startplatz und vielen Dank an alle Leute die diese Wettkampftage zu einem wunderschönen Erlebnis gemacht haben!!

Wir gratulieren auch unserem Mitglied Timo Schröder.

Er hat den ersten Platz in seiner Kategorie belegt.

 

Super gemacht, Timo!

trail-maniacs

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