Blog: Wettkampf 2013

So

27

Okt

2013

Transviamala 2013, Rennbericht

Kurzbericht vom Fabian:

"Der schönste Lauf der Schweiz", so darf er sich nennen. Und auch wenn ich das nicht vorbehaltlos unterschreiben würde, ist die Strecke des Trans Viamala zwischen Thusis und Donat zweifellos einen Ausflug wert. Die schönen Single-Trail-Abschnitte, der Lauf in der engen Schlucht, die Hängebrücke und viele schöne Augenblicke mehr machen diesen Lauf schon zu einer speziellen Erfahrung. Dass man auf den Waldstücken oft in Kolonne läuft (zumindest im mittleren Läuferfeld und weiter hinten), darüber muss man halt hinweg sehen. Für Bestzeit-Süchtige ist die Strecke somit nur beschränkt geeignet, für Genussläufer dafür umso verlockender. Zumal man dann im Ziel nach 19 Kilometern und ein paar Höhenmetern ein "Fazelet" ausgehändigt kriegt - dieses Jahr vollgepackt mit Salsiz, Käse, Brot und Guetzli, natürlich alles aus der Region. Und wer dann immer noch Hunger hat, der kann sich am Kuchenbuffet der Dorffrauen gütlich tun. 
Kurz: Immer wieder schön, kurzweilig und gut organisiert. So muss ein Lauf sein!

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Sa

24

Aug

2013

Matterhorn Ultraks 46K

Mein Trailhighlight des Sommers sollte er werden, der Ultraks 46K. Und tatsächlich, nach zweifelhaften Testläufen (Boykott veränderte Aletschhalbmarathonstrecke, Absage Eigertrail wegen Fieber, etc.) erreichte ich um kurz vor 15 Uhr am Samstag die Ziellinie in Zermatt, pünktlich zur Siegerehrung der grossen Helden des Laufes.

 

Wahnsinn, ich hatte es geschafft, doch vielmehr, als nur die blosse Tatsache das Ziel erreicht zu haben, begeisterte mich mein Gesundheitszustand auf der Strecke. Lange hatte ich den Sommer mit dem bekannten "Runnersknie" zu kämpfen, immer und immer wieder holte mich der stechende Schmerz bei längeren Ausflügen ein, besonders bergab. Dabei liebe ich den Downhill, die Belohnung für alle Mühen bergauf!

 

Doch diesmal durfte ich ohne Wehwehchen laufen, ein tolles Gefühl! Bereits nach dem ersten Verpflegungsstopp liege ich ein klein wenig vor meinen Erwartungen in der Zeit. Die Beine funktionieren, jeder Schritt fühlt sich leichtfüssig und locker an, es macht einfach nur Spass so früh am Morgen unterwegs zu sein. Die kühle, frische Luft, das grandiose Panorama mit dem im Morgenlicht rotgefärbten Matterhorn im Hintergrund. Stille, spiegelnde, kleine Bergseen passieren wir, bevor es lang und steil zum Gornergrat empor geht.

 

Doch auch bei dieser Etappe, nie verzieht es mir das Gesicht, ich habe Luft und geniesse das rhythmische Atmen im Gleichtakt von Stockaufsatz und Vortrieb der Füsse. Am Gornergrat angekommen verschlägt es mir dann kurzzeitig den Atem, aber nicht der Anstrengung wegen, sonder ob des umwerfenden Gletscherbildes, das sich mir zeigt. Monterosa, Lyskamm, Breithorn, mit ihren zerrissenen Gletschern, umwoben von bizarren Wölkchen, Schatten und Sonnenstrahlen wechseln einander ab. Ich sauge den Augenblick ein, konserviere ihn in meinen Speicherzellen des Gehirns.

 

Ein lockerer, aber langer Downhill folgt zur nächsten Verpflegungsstation, wieder bin ich überrascht, wie viel Zeit ich gut gemacht habe (zu meinen Erwartungen). Daher gönne ich mir eine angenehme Rast zum Auffüllen der Ressourcen, leckere Mangoriegel, getrocknete Aprikosen, aufgeschnittene Bananen, alle wandern sie in meinen Magen; Energiegetränke und Wasser in die Bidons. Ich fühle mich noch immer locker, ohne Knieschmerzen, wahnsinn! Ich bin begeistert!

 

In meinem Hoch der Gefühle laufe ich weiter, ab nun begleiten uns auch die 30K'ler. Es wird wärmer, die Sonnenstrahlen erhitzen nicht nur die Landschaft, auch uns machen sie beim Anstieg zum Schwarzsee ordentlich zu schaffen. Tonnen von Schweissperlen rollen über unsere nassen Körper zu Boden. Bis kurz unter dem höchsten Punkt am Schwarzsee böige Winde der Schwitzerei ein Ende machen. Schon von Weitem höre ich Anfeuerungsrufe, sie gelten zwar nicht im Speziellen mir, sondern meinem Verfolger hinter mir, doch sie beflügeln. Denn die letzten Meter hinauf zum Schwarzsee sind doch kräftezehrend.

 

Wieder gönne ich mir eine angemessene Pause beim Verpflegungsposten, trinke Cola, stopfe Bananen, Riegel udn Co. in mich hinein, spüle einen Bouillon hinterher. Ein interessantes Energie- und Mineralienensamble, doch meinen Saumagen wirds wohl nicht umwerfen...

 

In einer 5er-Truppe rasen wir den Downhill nach Staffel hinunter. Super geil, einer vorne, die anderen in Reih und Glied hinterher. Dann wird der erste abgewechselt, die Truppe folgt, bis sich die Spreu vom Weizen trennt, ähh sorry, die 30er von den 46ern.

 

Wir ziehen alleine weiter, in gewissen Abständen. Der Anstieg hinauf zum Höhenweg hinüber zum Hotel Trift wird hart werden. Das weiss ich schon von letztem Jahr, als wir zum Biwak für das Obergabelhorn denselben Weg einschlugen. Doch diesmal fühlt es sich trotz der 30km in den Beinen besser an, mein Blick schweift ständig zur Matterhorn Nordwand hinüber. (Anmerkung: Roli, du bisch a Wahnsinn! Der Hund krallt do solo durch!). Viele haben mit diesen Höhenmetern zu kämpfen, ich motiviere sie mit einem "allez, allez" und nehme sie auf die Reise weiter mit.

 

Wir wechseln die Positionen, in den flachen Abschnitten, die wunderbar trailig zum Laufen wären, überholen sie mich die flotten Burschen, in den steileren Passagen, sitze ich ihnen wieder auf den Fersen. Langsam merke ich die vielen Kilometer, ungewohnt für mich. Müde Beine, aber nur wenns zum Laufen ist, bergauf mit meinen Stöcken arbeiten die unermüdbaren Arme und die kräftigen Schenkel (für irgendwas müssen sie ja gut sein;-))

 

Ab dem Downhill zum Hotel Trift schalten sich nun die mir bekannten Kniebeschwerden ein, doch mir ist's egal, 40 Kilometer ohne Beschwerden, das gabs noch nie, ich bin mehr als zufrieden! Überglücklich, um nicht zu untertreiben. Und der Regen hat auch noch nicht eingesetzt.

 

Erst beim allerletzten Anstieg nach dem Verpflegungsposten Trift, fängt es zu donnern an, graue, düstere Wolken hängen bereits um das Zinalrothorn. Einzelne Regentropfen drückt es aus ihnen heraus, doch die Anstrengung lässt noch kein Frieren aufkommen. Ich muss das Tempo bergab stark zurückschrauben, nehme mit den Stöcken soviel Impact wie möglich raus. Es kostet mir viel Zeit, doch egal. Ich bin jetzt schon mehr als zufrieden. Einige Männer überholen mich, die ich vorher bei den Uphills stehen hab lassen, von Frauen weit und breit keine Spur, seit dem Gornergrat bin ich auf keine aus meinem 46K mehr gestossen. Zum ersten mal schiesst es mir durch den Kopf: Wo ich mich wohl befinde?

 

Mit den letzten Metern in strömenden Regen, aber klatschenden Zuschauern, steigt noch einmal die Motivation, der finale Zielliniensprint gehört einfach dazu. Erleichterung, Freude, Stolz, ein Lächeln über beide Ohren. 

 

Durchnässt und erschöpft schreite ich hinüber zur Siegerehrung, suche mir ein halbwegs trockenes Plätzchen.  Meine "Stars" neben mir und dann auf dem Podium stehend, Emelie und Kilian. Respekt, endlich kann ich eure Leistung einordnen, da ich denselben Weg zurückgelegt habe. Noch in Gedanken, um wieviel mehr Training und Talent es bedarf, um solche Zeiten zu erzielen, treffe ich auf Christoph. Wir gönnen uns eine heisse Dusche, Pasta und Raclette. Und freuen uns miteinander für den anderen, für seine tolle Leistung. Für Christoph war es sein weitester Lauf bisher, für mich der mit den meisten Höhenmetern.

 

Die Strecke war wunderschön, genau nach meinem Geschmack: nur verschwindend wenig Forstweg- und Asphaltanteil, dafür Singletrails ohne Ende, Panoramatrails und viele lange Anstiege! Dazu die 4000er drumherum und eine perfekt markierte Strecke!

 

Das grosse Sommerziel erreicht, Stärken und Schwächen erkannt, neue Herausforderungen können kommen:-)

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Di

13

Aug

2013

Vorbereitungen auf den Matterhorn Ultraks 46K

verwegene Gedanken und die bittersüsse Realität

 

Fast schon verwegen, aber durchaus reizvoll. Der 46K des Ultraks ist Teil der skyrunner world series, somit darf man sich mit den weltbesten Skyrunnern messen. Und mal ehrlich, klingt das nicht famos seine Teilnahme unter diesem Stern der world series zu verlautbaren? Sich durch ein Wort auf die gleiche Stufe emporzuheben wie die Stars der Szene? Mit der Ikone des Sports, Kilian Jornet, an der Startlinie zu stehen, auf seinen schnellen Trittspuren zu wandeln?

 

Was man natürlich gleich verdrängt: Nie und nimmer, vermessen, überheblich sind diese Gedankengänge. Höchstens bei der Siegerehrung darf man die erfrischend fitten Profis (als ob das Rennen eine Aufwärmrunde gewesen wäre), halsstreckend aus den Massen der Zuschauer heraus, auf dem Treppchen begutachten. Du wirst auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, wenn du dein Erscheinungsbild mit dem ihrigen nach dem Wettkampf vergleichst. Humpelnd, vermuskelkatert, ausgepowert bis auf das letzte Quäntchen Glykogen, das dir spätestens beim sinnlosen Zielliniensprint aus den Zellen gezogen wurde, präsentiert sich dein Antlitz. Jedenfalls gar nicht leichtfüssig, vital und energiegeladen. Und schon gar nicht denkst du an das nächste Training, was beim Herrn Jornet am nächsten Morgen aus einem Matterhorn Speedversuch bestehen könnte.

 

Nunja, Profi ist eben Profi, der Amateur Otto-Normalverbraucher, auch wenn er immer glaubt, über dem Durchschnitt zu liegen. Die Devise "nur nicht mit der Masse mitschwimmen" geht mit der Teilnahme an world series Rennen auf. Da hebt man sich ab - oder eben auch nicht! Auf den hintersten Plätzen suchst du nach deinem Namen auf der Ergebnisliste. Auf der Startliste findest du dich kaum unter den ganzen Bewerbern, die für ein gesponsortes Team laufen. Vielleicht doch zu hoch gepokert? Du spielst ja für gewöhnlich auch nicht in der Fussball-Nationalmannschaft mit oder läufst mit Usain Bolt um den neuen Weltrekord! Beim Trailrunning ist das möglich - krass irgendwie...

 

ein neues Projekt entsteht...

Die neue Wegzehrung von Isostar + Trockenfrüchte im Gepäck auf den wunderschönen Alpentrails von Walter Pause
Die neue Wegzehrung von Isostar + Trockenfrüchte im Gepäck auf den wunderschönen Alpentrails von Walter Pause

Und aus was besteht nun die Vorbereitung auf das Matterhorn Ultraks?

 

Beim Sinnieren über die vergangenen Wochen fällt besonders eines auf: eine klaffende Lücke was das Laufen anbelangt. Ich finde so ziemlich alles auf meinem Terminplaner, Wandern mit den Eltern, Wandern mit den Schwiegereltern und Wandern mit den Verwandten, 1x Bergsteigen, einige Mehrseillängenklettertouren von genüsslich leicht bis mega anstrengend, eine Absage des Eigertrails wegen Krankheit, ...und laufen?

 

Achja da, zwischen den Zeilen musst du suchen, im Durchschnitt 1x/Woche. Wenigstens haben wir mit den trail-maniacs nun einen fixen Punkt im Wochenkalender. Letzte Woche Albisrun, diese Woche Wildspitz Vertical, nächste Woche Uetlibergtrails. Und ja, die Hausberge habe ich erkundet: Gnipen Vertical, Rigiüberschreitung, Pilatusritt, sowie einen Trailrun mit Harry am Claridenhöhenweg. Kleine Ausbeute, aber wie heisst es doch so schön: Kleinvieh macht auch Mist.

 

Und nun sollen drei schöne Tage folgen verspricht der Wetterbericht. Literatur aus dem Keller gezogen, durchgestöbert und siehe da: ein neues Projekt entsteht. Walter Pause (in Kletterkreisen sehr bekannt durch sein Buch "im extremen Fels") begeistert mich immer wieder mit seinen alpinen Schriftstellerkünsten. Gekonnte Wortwahl gepaar mit erlebnisversprechenden Touren. Der Auswahlführer "alpine Höhenwege - von Hütte zu Hütte" verspricht 52 wunderschöne Wege, wovon ich mir morgen gleich den ersten vorknüpfen werde. Mal sehen, wie viele Wegvorschläge ich schaffen werde?

 

Doch das wichtigste ist die Motivation hoch halten, alles locker sehen und sich selbst und sein Tun nicht zu ernst nehmen. Viel Spass bei den folgenden zwei Videos "Berglauftraining der etwas anderen Art" :-)

 

Für kraftvolle Schenkel bergab: der Krabbenschritt

 

Und einen beherzten Antritt bergauf: der Plattensprint

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Sa

27

Jul

2013

Swissalpine K42

Fabian war am Samstag beim Swissalpine in Davos am Start. Sein Bericht über die 42km folgt in Kürze...

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Sa

20

Jul

2013

Eigerultratrail

 

Bericht von Norbert:

 

Kontrolle des Pflichtmaterials und Abholung der Startnummer musste schon am Vortag bis 19 Uhr geschehen. Beim anschliessenden Briefing um 20.15 Uhr wurden die letzten Instruktionen an die Teilnehmer/innen weiter gegeben.

 

Am Samstag morgen um 7 Uhr erfolgte der Start für die 400 gemeldeten Teilnehmer/innen zum 1.Eiger Ultra Trail – Distanz E51. Von Grindelwald verlief die Strecke über Grosse Scheidegg 1962m, First 2166m Oberläger Bussealp 2022m, Faulhorn 2680m, Schynige Platte 2100m, Burglauenen 896m zurück nach Grindelwald 1085m.

 

Der Aufstieg zur Grossen Scheidegg verlief ohne Probleme. Hier begann schon das Einteilen für den Rest der Strecke. Viele die hier schon Tempo machten, büssten dies im Verlauf des Wettbewerbs. Oben angekommen stärkte sich jeder  bei den ersten Sonnenstrahlen, bevor es endlich „gemütlicher“ weiter ging.

 

Nach dem Verpflegungsposten First, liefen wir auf Singletrails weiter. Die Konzentration verlagerte sich somit mehr auf die Laufstrecke als auf das herrliche Panorama. Doch ab und zu musste einfach angehalten werden, um auch dies zu geniessen. Von der Oberläger Bussalp zum Faulhorn galt es ca. 660m steile Höhenmeter zu überwinden. Nach der nötigen Stärkung und Befüllen der Bidons galt es voller Konzentration abwärts zu laufen. Hier querten wir öfters Schnee-, Geröllfelder und hohe Felsstufen.

 

Nach harten Kilometern und ohne einen letzten Tropfen Flüssigkeit erreichte ich endlich den Posten Schynige Platte. Jetzt ging es endlich nur noch bergab (fast 1200m). Dachte ich zumindest. Doch leider wurde ich eines besseren belehrt. Nach gut einem Drittel abwärts laufen, stieg die Strecke gefühlte 2 Km wieder an. Verzweiflung machte sich breit, denn bis zu diesem Zeitpunkt lief ich mit anderen schon 2x falsch (Gesamt ca. 1,3 Km mehr gelaufen). Doch nach ca. 500-700m verlief die Strecke wieder talwärts.

 

In Burglauenen empfing uns die letzte Verpflegungsstelle. Die letzten 6 Km verliefen mit kaum Höhenmetern. Jedoch spürte ich nun des öfteren meine Waden, die sich kurz vor einem Krampf befanden. Gehen und Joggen wechselten sich nun ab. Kurz vor dem Ziel mussten nochmals kräftezehrende 100 Höhenmeter überwunden werden. Mit dem Ziel vor Augen viel diese Gehübung leicht.

 

Jetzt befand ich mich im Zentrum von Grindelwald. Für die letzten 300-400m konnte ich nochmals alle Kräfte mobilisieren und mir der Anerkennung/Applaus der Zuschauer ins Ziel joggen. Ziel vor Augen – Jubelsprung darüber – geschafft. Die Uhr blieb bei 7:31,50,5 stehen.

 

Fazit: Harter Lauf mit zu wenig Training, zu warmes Wetter, tolle Landschaft und eine sehr gut organisierte Veranstaltung.

 

Eckdaten:

Länge: 51 Km offiziel

Höhendifferenz +3100m/-3100m

 

 

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So

30

Jun

2013

Aletsch-Halbmarathon 2013: trail-maniacs finishten auf Originalstrecke

Folge deinem Herzen und tue das, wofür du angereist bist: die Originalstrecke mit dem wunderbaren Panorama der Aletschregion bei Sonnenschein und erfrischenden Lauftemperaturen zu geniessen. 

 

Bitter enttäuscht über die Verkündung der Ersatzstrecke am Vorabend des Rennens stand es für uns zu keinem Zeitpunkt zur Debatte, den Lauf auf dieser zu bestreiten. Der Aletschhalbmarathon entwickelte sein Renommee über die Jahre gerade deshalb, weil die Strecke abwechslungsreich, auf den ersten 15km flüssig und leichtfüssig zu laufen ist und danach mit dem tollsten Panorama, was man sich vorstellen kann, im Ziel an der Bettmerhornbergstation endet. Ein geniales Lauferlebnis darf erwartet werden.

 

Doch die Ersatzstrecke sollte nach 10km bei der Riederalp auf Strassen zurück nach Bettmeralp führen, also kein Panorama, keine Höhenmeter und hässlicher Laufuntergrund. Warum trotzdem die gesamte Läuferschaft den Ersatzlauf bestritt, ist uns unbegreiflich. Nur ganz wenige folgten auch ihrem Herzen und boykottierten die Ersatzstrecke.

 

Schaut man genauer in die Reihen der Teilnehmer, dann werden die vorangegangenen Überlegungen des Veranstalters verständlicher. Sicher 75% tragen gewöhnliche Joggingschuhe ohne Profil! Ihre Ausrüstung gleich null, keine dünne Windjacke, Haube oder ähnliches im Gepäck. Und auch die Fehleinschätzung bei der Blockeinreihung, wie kann es bitte sein, dass man eine Zielzeit von 2h:30min angibt, um im Block 3 starten zu dürfen, aber bereits bei der ersten kleinen Steigung von vielleicht 50Hm ins Gehen wechselt??? Das geht sich von der Zeit niemals aus liebe Läufer! 

 

Daher der Appell an alle Läufer: bitte seid doch ehrlich zu euch selbst und den anderen. Respektiert schnellere Läufer, freut euch für sie und bereitet euch entsprechend auf das Profil des Wettkampfes vor! Es geht doch wirklich um nichts unter uns Amateursportlern als um Spass, das Miteinander und ab und an den inneren Schweinehund überwinden. Ihr dürft stolz darauf sein, wenn ihr mit einem Lächeln das Ziel erreicht, euch mit euren Mitbestreitern ihrer Leistungen erfreut und einfach einen wunderbaren Tag hattet. 

 

Schade, dass das Spasselement immer mehr ins Hintertreffen rückt, gerade im Hobbybereich. Wir hätten gerne ein Zeichen gesetzt mit mehreren Läufern am Bettmerhorngipfel, dass wir es uns nicht gefallen lassen müssen auf uninteressante Ersatzstrecken geschickt zu werden. Übernehmt Selbstverantwortung und bestimmt selbst. 

 

Viele Teilnehmer sahen unseren privaten Zieleinlauf bei der Bettmerhornbergstation und die erste Frage war natürlich "war die Strecke gut zu laufen"? Die Enttäuschung stand den Leuten bestens ins Gesicht geschrieben. Die Frage muss jeder für sich selbst in Hinblick auf sein Können und seine Verfassung beurteilen. Für ungeübte Joggingschuhaspiranten dürften 1-2km am Kamm entlang herausfordernd gewesen sein, für Trailrunner ein gefundenes Fressen: hinein in den Schneematsch, bis es zwischen den Zehen zwischendurch hinausquillt! Und der Rest der Strecke erste Sahne, perfekte Temperaturen und eine tolle Stimmung mit der wechselnden Bewölkung, dem umherziehenden Nebel und dann die frischverschneiten Gipfel rund um den Aletschgletscher, wie 8000er lugten sie aus den Nebelfetzen hindurch!

 

Wir, Harald und Patricia, dürfen mit Stolz verkünden unseren persönlichen Alteschhalbmarathon bewältigt zu haben, ohne Zeit, ohne Verpflegung ab Kilometer 10, dafür mit reichlich Spass und Spirit. Folge deinem Herzen!

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Mo

06

Mai

2013

Zugerberg Classic Lauf 2013

Zugerberg Classic Lauf 2013

Recht spontan entscheiden wir uns am Samstag Abend, am Sonntag Vormittag beim Zugerberg classic mitzumachen. Ein Berglauf mit 500Hm und 6,2km Wegstrecke. Im leichten Nebel fällt der Startschuss, kühle, aber ungemein angenehme Luft durchströmt die Lungen, perfekte Bedingungen.

 

Ich versuche noch Harald zu ermuntern sich weiter vorne einzureihen, da er lieber mit mir starten möchte, bleibt mir nichts anderes übrig, als uns beide gemeinsam weiter vorne einzureihen. Der Starttross trägt mich mit, doch bereits nach 1km spüre ich das übermässig angehäufte Laktat in den Beinen, die Atmung beschleunigt sich überproportional, ich muss das Tempo senken. 

 

Nicht gerade ermutigend, wenn du nur überholt wirst. Schliesslich befinde ich mich in einer Gruppe, die mein Leistungsniveau aufzuweisen scheint. Wir wechseln zwischen Gehpassagen, die aber nur minimal den Puls zu senken in der Lage sind und Laufpassagen, wo die Strasse mit etwas weniger Steigung aufwartet.

 

Nach 3km schiesst es mir ständig durch den Kopf "das mache ich nie wieder!" , ich hasse solch kurze, extrem hochpulsige Distanzen! Doch wie immer, die Zeit vergeht, irgendwie schafft man sich weiter, das Ziel rückt vor Augen. Eine taktische Entscheidung in Höhe der Zahnradbahnstation. Mir ist die Strecke bekannt, ich weiss, dass nach dieser Kurve das Gelände flacher wird und es nur noch heisst, 1km Vollgas durchlaufen. 

 

Ich bleibe einer Dame dicht auf den Füssen, wir gehen beide mit schnellen, kraftvollen Schritten. Dann setze ich unerwartet noch im steilen Gelände den Turbo ein, ich beginne zu laufen, überhole sie und ehe das rettend flache Stück auf uns wartet, bin ich bereits gute 20m voraus. Nun heisst es den Vorsprung wahren. Wie so oft, auf den letzten Metern schnallt nochmals das Adrenalin durch die Glieder, die Belastung nehme ich kaum wahr, mit Tunnelblick, konzentriert auf jeden einzelnen Schrittzyklus, die rhythmische Atmung im Takt des Laufschrittes. 

 

Dann die Zielgerade, einen Mann vor mir hole ich auch noch ein, total übersäuert übertrete ich die Finisher-Linie. Geschafft, durchatmen, den Schweiss abwischen, wieder atmen, abstützen auf dem Geländer, atmen, zach. Nein, so ein Rennen bestreite ich wirklich nicht mehr.

 

Doch wie so oft, die positiven Erinnerungen werden nach geraumer Zeit übrig bleiben, die Erinnerungen an die abartig anstrengende Belastung werden in Vergessenheit geraten. Ich wette, irgendwann werdet ihr mich wieder auf einer Startliste solch eines Rennens sehen...

 

Und Harald? Der fasziniert mich immer wieder! Mit guten 6Minuten Vorsprung überschreitet er die Ziellinie, alles durchgelaufen und belegt damit den 11. Rang im gut besetzten Teilnehmerfeld seiner Altersklasse. Wenn die Läufer vor ihm wüssten, dass Harald sich nicht zu der Läuferfraktion zählt und auch überhaupt nicht das Laufen trainiert...seine Gene möchte ich mal haben!!!

 

Die Ergebnisse im Detail finden sich hier

 

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So

21

Apr

2013

Ultraks 3K Zermatt - Bericht

Skitourenrennen = Wellnessurlaub

Es ist Donnerstag, der 18.04.2013, wir schwitzen im überhitzten Auto auf der Fahrt nach Zermatt. Grün, so grün im Tal, braun-weiss in den Bergen. Über eine Woche brannte die Sonne lichterloh vom Himmel und schmelzte das kostbare Weiss von den Bergen Zermatts.

 

Nur einen Tag später, wir richten uns zu einer kleinen gemeinsamen "Trainingstour" her, kündigt sich bereits die Kaltfront an. Im Nebel schreiten wir umher. Am Abend beim Briefing etwas gedrückte Stimmung, der Parcours wird verkürzt und in den Sektor Nord Gornergrat verlegt, trotzdem schaut die 3K Route ansprechend aus mit vielen Portagestrecken, Aufstiegen, Abfahrten und am Grat entlang.

 

20.04., Tag des Rennens, 6:15Uhr, eine SMS flattert ans morgendliche Bett: ALLE 3 Rennen werden in Zermatt gestartet und gehen bis Riffelalp. Wir wollen es nicht glauben und sind immer noch frohen Mutes, dass das verwirrende SMS nicht den richtigen Sachverhalt wiedergibt.

 

Um 8 wird der Start auf 8Uhr45 verschoben, die Ankündigungen sind auf französisch, irgendwie unorganisiert, so langsam bewahrheitet sich das SMS. Noch beim Startschuss wissen wir nicht recht, wie und wo die Strecke verlaufen wird, ob Portage-Passagen zu bewältigen sind, ob die Abfahrt miteingeschlossen ist.

 

Der Tross schiebt sich durch die engen Strassen Zermatts, ein witziges Gefühl mit den Skitourenschuhen zu rennen. Im Eifer des Gefechts reisst mir jemand versehentlich die Ski aus der Befestigung, ich muss sie beim Laufen festhalten, ein anstrengendes Unterfangen gleich zu Beginn. Dann der Wechsel auf die Ski zu Beginn der Pisten, ein Tummult, ein bunter Haufen motivierter Menschen jeglichen Alters. Es wird um die besten Anziehplätze gerangelt, ein Chaos, aber lustig!

 

Dann stürmen wir in mehreren Spuren nebeneinander wie Lemminge die Pisten Richtung Furri hinauf, Geschnaufe und heftiges Atmen durchströmt die angenehme Morgenluft. Dichter Schneefall begleitet uns auch weiter hinauf zur Riffelalp, wo bereits das Ziel auf uns wartet. Wir realisieren allerdings erst auf den letzten hundert Metern, dass die Riffelalp das wirkliche Ziel und somit Ende des Rennens sein wird. Martin wartet bereits seit einiger Zeit vor der Zielgeraden auf mich (der Tuifl hat ja trainiert wie deppert! und wäre ohne sein langsames Teampartner-Anhängsel sicher unter die Top30 gelaufen!) , gemeinsam stürmen wir die letzten Meter hinein.

 

Tja, enttäuschend, aber so ists eben mit den Outdoorsportarten. Die Erstaustragung des Ultraks hätte ein tolles Rennen werden können, doch der Wetterfrosch war nicht auf der Seite der Organisatoren und Läufer. Des Rennens wegen hat die lange Anfahrt nach Zermatt, besonders für Martin aus Tirol, nicht gelohnt. Doch deshalb nimmt man auch nicht teil. Es ist das Drumherum, dass dann gekrönt wird durch die Teilnahme an einem besonderen Lauf.

 

Wir hatten jedenfalls einen heiden Spass zusammen die 3 Tage, eine Menge Bier im Gepäck, wellnessen statt Skitourenrennen und die Motivation auf Mehr ist nur noch grösser geworden. Nächstes Jahr werden wir angreifen!

 

 

 

Wanted: Teammember fürs Team "die Wedla"

Einzige Voraussetzung, du musst perfekt "wedln" können und für jeden Spass zu haben sein:-)

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Mi

17

Apr

2013

Ultraks 3K in Zermatt

20.04.2013, Start um 7:15Uhr Schwarzsee

Die letzten Vorbereitungen werden getroffen, die am praktikabelsten erscheinenden Materiallösungen in Erwägung gezogen, die letzten Mails der Veranstalter bezüglich Ausrüstungsvorschriften konsultiert...

 

Doch was ist mit dem Wetter!?!? Eine Woche lang Sonnenschein und dann verabschiedest du dich pünktlich zum Rennen? So geht das nicht meine liebe Sonne! Woher soll ich dann die Motivation für die Strapazen nehmen, wenn nicht vom fantastischen Panorama der umgebenden unzähligen 4000er? Dafür Schneefall und Kälte, oha, das kann ja heiter werden...

 

 

Unser Début beim Ultraks Skitourenwettkampf wird mit Spannung erwartet. Noch nie haben wir, Martin und Patricia, einen Skitourenwettkampf solcher Grösse bestritten, geschweige denn solch eine Strecke im "Training" zurückgelegt. Leichtsinning, unvernünftig, könnte man uns an den Kopf werfen. Dazu haben wir seit über 1 Jahr keine gemeinsame Skitour mehr unternommen. Auch kam die Rennausrüstung noch nicht wirklich zum Einsatz, nur sporadisch. Am Montag war ich berglaufen, der erste ernste Anstieg diesen Jahres, gute 1000Hm. Den Downhill spüre ich noch heute in den muskelkatergeplagten Oberschenkeln. Dann gestern draussen Klettern, fein wieder Fels unter den Fingern zu spüren. Heute treffe ich mich zum gemütlichen Lauf, danach wieder klettern,... 

 

Ab und an plagen mich Zweifel ob der misslungenen Vorbereitung auf das Rennen. Januar und Februar, ich bin heiss auf skitouren und verschlinge Gipfel um Gipfel. März, eine einzige Skitour kann ich meinen Aufzeichnungen entnehmen, magere Ausbeute. Die Konkurrenz: Klettern in der Sonne.

 

Martin ergeht es nicht anders. Viel unterwegs bis Ende Februar, dann ein bösartiger Sturz beim Downhillen. Ein Mega-Hämatom zwingt ihn zu 14 Tagen Sportverbot und weiteren Wochen nur gemächlichen Sportelns. Von Training und Vorbereitung auf DAS Rennen keine Spur.

 

Nehmen wir es zu locker? Was ist trotzdem der Antrieb, 3000Hm und ebensolche in der Abfahrt auf Zeit zurückzulegen? Ehrgeiz, es sich beweisen wollen, die Grenzen der persönlichen Leistungsfähigkeit, physisch wie mental auszuloten? Etwas neuartiges erleben wollen, Teil einer Community zu sein?

 

 

Die Koffer sind gepackt, morgen geht es bereits nach Zermatt. Wie auch immer das Wetter werden wird, wie auch immer die Verhältnisse vor Ort sein werden, eines weiss ich jetzt schon: Wenn der Startschuss fällt, gehören alle Zweifel der Vergangenheit an. Denn dann leben wir im Hier und Jetzt, egal ob trainiert oder mit dem richtigen Material und der richtigen Taktik. Wir werden alles geben, unser Bestes, uns gegenseitig motivieren, Spass haben, die Anstrengung als Teil des Wettkampfes geniessen und spätestens im Ziel, ob als gewertetes Team oder disqualifiziertes Team, weil wir die Kontrollpunkte zu spät erreichten, wir werden uns miteinander freuen, auf uns stolz sein, ein Bier trinken und das positive Gefühl mit uns weitertragen. Einfach nach dem Motto: Dabei sein ist alles!!!

 

 

 

 

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Sa

09

Mär

2013

Engelberg Snow Walk & Run

Patricia berichtet:

Im März einen Laufwettkampf bestreiten? Schlechte Idee, zu viele Faktoren raten davon ab: immer noch Skitourensaison, Eisklettersaisonfinale, im Winter selten laufen gewesen,...doch was mich reizte war der Umstand, dass in Engelberg der Lauf auf Schnee stattfinden würde.

Also packte ich kurzentschlossen Harald ins Auto und noch am Morgen meldeten wir uns für die "Langdistanz, 12km" an. Der aufmerksame Leser wird sich die Frage stellen, warum Langdistanz? Wer mal auf Schnee gerannt ist, dem erübrigt sich die Frage...seit heute mir übrigens auch.

Die warmen Temperaturen ließen die Langlaufloipen, welche uns als Wettkampfstrecke dienten, in eine einzige Sulzpiste verwandeln. Tiefes Einsinken bis zum Knöchel, beim Überholen auch teilweise bis zum Knie fraß den Saft aus den Wadln!

Ein schneller Start, wie immer lässt man sich von den anderen verleiten, doch dann beginnt der Anstieg: 250 Höhenmeter gibts auf den Unterschenkel. Danach lustige Überholmanöver auf extrem ausgetretenen, extrem sulzigen Wanderwegen. Ein koordinatives Abenteuer, aber verdammt spaßig, wenn es dem Vordermann mal wieder den Haxn ausreißt, doch die Retourkutsche lässt nicht auf sich warten, mich haut's aus dem Gleichgewicht, ich strudele, fange mich, das Rennen geht weiter.

Der Downhill ist vom Feinsten: Rasante Serpentinen gespickt mit Eis und lockerem Rollsplitt. Also Vollgas und mit den Armen wild rudernd die Balance halten. Ein Grinsen steht mir im Gesicht: so mag ich's. Auch den Läufern rings um mich steht die Gaudi ins Gesicht geschrieben. Da spritzts aus dem Matschgemisch am Boden, Dreck klebt in den Gesichtern, die Schuhe durchgeweicht vom nassen Untergrund stossen an die Grenzen ihrer Bodenhaftung. Und endlich wieder etwas Luft zum Atmen und Durchschnaufen, bevor die nächsten kräftezehrenden Überholmanöver anstehen.

Die letzten drei Kilometer im Tal, ich komme nicht vom Fleck. Der Puls lässt zwar noch einiges zu, doch die Kraft in den Waden ist aufgebraucht. Nunja, dann heißts halt runter vom Tempo und den Rest des Laufs fertig genießen. Ich höre schon die Trommeln und Tropeten der Musikantentruppe im Ziel, rhythmischen Schrittes die letzten Meter, ein Mann ruft mir zu: Zweite Frau! ich kanns kaum glauben.

Harald wartet bereits im Ziel auf mich, Schweißtropfen zieren noch sein Gesicht, also ist er gar nicht so lang vor mir eingetroffen, der Teufelskerl! Meine Hochachtung, sitzt montags bis freitags 70 Stunden im Büro und läuft am Wochenende einfach so unter die Topten, gratuliere!

 

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